Doppelmord in Hirblingen Prozess startet in Kürze

Ruhig und beschaulich lebten die etwa 1000 Einwohner von Hirblingen bis Ende des vergangenen Jahres. Dann wurde dieser Ort Schauplatz eines blutigen Verbrechens. Zwei Frauen waren zunächst verschwunden und wurden nach tagelanger intensiver Suche tot aufgefunden – vergraben auf einem Feld. Die Polizei hatte inzwischen einen mutmaßlichen Täter verhaftet. Die Bürger sind fassungslos – es ist ein Nachbar.

Der muss sich nun ab Mittwoch am Landgericht Augsburg verantworten. Warum die Frauen sterben mussten, ist bislang unklar. Der Verdächtige schweigt beharrlich. Der Prozess soll dazu nun Aufschluss bringen. Beate N. (50) und Elke W. (49) wohnten als Paar am Rande des Gersthofer Stadtteils Hirblingen. Am Freitag, 9. Dezember 2016, verschwanden sie plötzlich spurlos mit ihrem braunen Peugeot. Als die beiden am Montag auch nicht zur Arbeit erschienen, erstatteten Freunde und Angehörige Vermisstenanzeige. Nach ersten Ermittlungen übernahm die Kripo mit intensiven Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen. Rasch war klar, dass ein Verbrechen vorliegt.

Soko Hirblingen mit 35 Beamten

Die Polizei richtete die Soko „Hirblingen“ mit 35 Beamten ein. Noch in der gleichen Nacht wurde Waldemar N. (31) unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Er verweigerte jedoch jegliche Aussage. Am nächsten Vormittag konnte die Polizei auch das Auto der beiden Frauen in der Nähe des Wohnortes entdecken. Die Frauen aber blieben verschwunden, obwohl umfangreiche Suchmaßnahmen mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, einschließlich Taucher, Hubschrauber und Polizeihunden durchgeführt wurden. Am Mittwoch vor Weihnachten wurden die Befürchtungen zur Gewissheit. Suchkräfte fanden die Leichen der beiden Frauen auf einem Feld zwischen Kläranlage und Schmutter. Die vergrabenen Körper hatten mehrere Einstiche.Die Polizei hat in aufwendiger Kleinarbeit viele Indizien gegen den 31-Jährigen zusammengetragen. So wurde unweit des Fundorts der Leichen ein neuer Spaten entdeckt. Eine entsprechende Kaufquittung eines Baumarktes in Gersthofen fand sich beim Verdächtigen. Seine DNS-Spuren wurden bei den beiden Frauen gesichert. Allerdings: Waldemar N. und seine Nachbarinnen kannten sich gut.

Verräterische Banktransaktion

Die Polizei konnte jedoch feststellen, dass nach dem Verschwinden der Frauen der Verdächtige mit seinem weißen BMW eine Rundfahrt unternahm. Dabei hat er mit Geldkarten einer der Frauen rund 5000 Euro an  Bankautomaten abgehoben. Entsprechende Geldbeträge entdeckte die Polizei im Auto des Verdächtigen. Und – er wurde von Überwachungskameras dabei aufgenommen. Zum Tathergang und zum Motiv sind weiterhin Fragen offen. Nach Ansicht von Ermittlern dürfte Habgier der Auslöser für die schreckliche Tat gewesen sein. Waldemar N. sei in Geldnöten gewesen. Nach Ansicht der ermittelnden Beamten hat der mutmaßliche Täter die beiden Frauen in ihrer Wohnung getötet und später mit deren Auto abtransportiert. Im Kofferraum des Peugeot fand sich Blut der Frauen. Derzeit befindet sich Waldemar N. ganz in der Nähe seines bisherigen Wohnortes im Gablinger Gefängnis. Im Strafprozess wird er von Rechtsanwalt Walter Rubach verteidigt.