Augsburger Untergrund im Fokus

Augsburgs Unterwelt steht gerade im Fokus: So konnte am Bahnhofstunnel ein weiterer wichtiger Bauabschnitt abgeschlossen werden. Und auch die UNESCO-Bewerbung zum Thema historische Wasserwirtschaft treibt Forscher und Historiker immer wieder untertage.

 Seit sechs Jahren wird am und um den Hauptbahnhof gegraben, nun haben die  Bagger am östlichen Ende die Gleise und am westlichen Ende das Bahnhofsgebäude erreicht. Damit ist man am heikelsten Teil der Bauarbeiten angelangt, denn den Tunnel unter dem historischen Bahnhofsgebäude hindurchzutreiben, erfordert einen Riesenaufwand. Um den Tunnel-Bau überhaupt möglich zu machen wird Flüssigbeton unter enormem Druck in den Boden gespritzt, wo der in 20 bis 30 Metern Tiefe aushärtet und so Säulen bildet, die dann später die eigentliche Tunnel-Wand entlasten.

Verkehrsfluss ist das Ziel

Während die 143,5-Millionen-Euro-Röhre in Zukunft einmal für einen guten Verkehrsfluss sorgen soll, fließt es anderenorts in Augsburg schon seit Jahrhunderten unterirdisch. Bis zu 200 Kilometer Wasserläufe hat die Fuggerstadt zu bieten und diese verschwinden auch immer mal wieder im Untergrund. Auf mehr als 700 Meter sind die Fluten in der City überbaut, berichtet Markus Haller vom Tiefbauamt. So tauchen Wasserläufe plötzlich ab und später wieder wie auf dem Nichts auf.

Der längste Wassertunnel befindet sich unter dem St. Jakobsstift, hier fließt der Mittlere Lech 140 Meter untertage bevor er wieder das Licht erblickt. Diese Kanalwelten sind bei der Bewerbung zum UNESCO-Welterbe wichtiger Bestandteil. Wer also erfolgreich sein will muss untertauchen.