Betrüger-Bande hinters Licht geführt

Bekannter Geschäftsmann legt Verbrechern das Handwerk. Internationals Betrüger-Netzwerk ausgetrickst.

Das Telefon klingelt

Es ist ein beschaulicher Sonntagnachmittag, als bei einem bekannten Augsburger Immobilienkaufmann das Telefon kingelt. Der Anrufer gibt sich als Polizist aus: „Er behauptete, sie hätten gerade in meiner Nachbarschaft einen Kriminellen festgenommen und in dessen Aufzeichnungen meinen Namen gefunden – ich sei also in Gefahr“.
Mitten in der Nacht meldete sich dann die echte Polizei, das erste Telefonat sei von einem internationalen Betrüger-Netzwerk ausgegangen. Die Beamten bitten ihn um Hilfe, er solle die Verbrecher hinters Licht führen, er willigte ein: „Ich spielte also den doofen Alten.“


Am Montag folgte der nächste Anruf der Abzocker, diese fordern ihn auf sein Geld von der Bank abzuheben, es sei dort nicht mehr sicher, er gibt vor mitzuspielen. „Ich sagte, ich hätte nun 35.000 Euro in Bar daheim“. Darauf meldete sich eine Frau bei ihm, die vorgibt Staatsanwältin zu sein. „Sie bat mich, die Seriennummern auf den Geldscheinen vorzulesen, nur um dann zu behaupten, es würde sich um Falschgeld handeln und sie schicke jemanden vorbei, um das Geld für weitere Untersuchungen abzuholen“.


Tatsächlich machen sich zwei Handlanger der Verbrecher-Bande auf den Weg, um den „gutgläubigen Rentner“ abzukassieren. Bei der Übergabe schnappt die Falle der Polizei zu: „Ich gab dem Mann einen Umschlag, Sekunden später lag er in Handschellen am Boden“, berichtet der Geschäftsmann vom Zugriff. Auch der Fahrer des „Boten“ wird verhaftet. „Alle Polizisten trugen schusssichere Westen, da macht man sich schon so seine Gedanken“, erzählt der Unternehmer, der sich dennoch durchgehend sicher gefühlt habe.
Zwei Kriminelle sind nun also hinter Schwedischen Gardinen, dennoch machen die Drahtzieher, die sich meist im Ausland der Polizei entziehen, ungemindert weiter. Immer wieder warnen die Beamten vor neuen Betrugsmaschen.