Beim FCA läuft`s

Sieg gegen Mainz stets ungefährdet.Max mit 7. Torvorlage - Hinti beißt auf die Zähne.

FinnGoritsch schlagen zu

Wenn schon die Mainzer Festung nicht mehr vor dem FC Augsburg sicher ist, was ist dann in dieser Spielzeit für den FCA alles möglich? Zuletzt holten die Fuggerstädter nämlich im Oktober 2011 drei Punkte aus Mainz. Was seinerzeit den ersten Sieg der Bundesliga-Geschichte bedeutete, war mit dem 3:1-Erfolg am gestrigen Samstag ein weiterer Beweis dafür, dass sich der FCA als Erstligist etabliert hat und nun definitiv zu den Kandidaten auf einem Europa-Platz gehört. Clever eingestellt von Trainer Manuel Baum holten die Augsburger nach neun Spielen ohne Erfolg gegen die Mainzer erneut drei Zähler nach Hause. Der Grund? Baum erklärt‘s: „Wir haben diszipliniert gespielt, hatten viele Balleroberungen, waren in der ersten Halbzeit effizient und haben letztlich verdient gewonnen, wobei wir nicht gut ins Spiel gekommen sind. Beim Pfostenschuss hatten wir richtig Glück, aber danach waren wir wieder im Spiel!“
Und wie! Stark, wie die Augsburger das 1:0 herausspielten: Philipp Max war es mit seiner siebten Torvorlage, der in der Mitte Michael Gregoritsch sah, der völlig ungedeckt einschob. Auf beide wurde Baum anschließend angesprochen, verteilte nur Lob an die beiden auffälligsten Profis: „Philipp zählt zu einem der besten linken Außenverteidiger der Liga. Er bringt seit 14 Spielen klasse Leistung. Wenn er diese weiter Woche für Woche bringt, dann könnte er auch für die Nationalmannschaft in Frage kommen. Und was Gregoritsch anbetrifft: Er hat im Bereich gegen den Ball einen großen Schritt gemacht. Er ist nicht nur einer, der eine feine Technik und einen guten Abschluss auf den Platz bringt, sondern auch defensiv stark ist. Ich habe das Gefühl, dass ihm das momentan richtig Spaß macht.“


Und da auch Alfred Finnbogason gleich zweimal seinen Killerinstinkt zeigte, darf sich der FCA bereits über den dritten Sieg auf fremdem Platz freuen. Mit Rang 4 in der Auswärtstabelle ist der FCA sogar auf Champions-League-Kurs. „Es läuft bei uns einfach richtig gut“, lachte der Isländer. Einen Tag zuvor bekam er für seine Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft noch Argentinien „mit dem besten Spieler der Welt (Messi)“ zugelost, gegen Mainz schaffte Finnbogason den ersten Doppelpack der Saison. Einmal zeigte er beim Strafstoß kurz vor der Halbzeit keine Nerven und kurz vor Schluss stand der Angreifer bei einem Konter genau richtig, musste nur noch den Fuß hinhalten, nachdem Caiuby stark flankte. „Ich bin vor jedem Elfmeter immer sehr fokussiert“, sagte der Isländer. „Das war ein guter Auswärtssieg gegen eine schwer zu spielende Mannschaft. Ich bin sehr zufrieden.“ Mit seinen Treffern sieben und acht führt er nun auch wieder in der internen Torjägerliste. „Das ist kein Duell. Ich freue mich, wenn er Tore schießt, ich hoffe er tut das auch, wenn ich treffe.“


Wo also geht die Reise hin für den FC Augsburg? Die Tendenz zeigt nach oben, doch noch mahnt Trainer Manuel Baum: „Wir hier in Augsburg träumen nicht. Es gibt genügend Beispiele von Mannschaften, die zum gleichen Zeitpunkt genauso viele Punkte hatten und dann ist es doch wieder eng geworden. Wir tun gut daran, den Moment zu genießen und uns zu freuen, aber am nächsten Tag müssen wir uns wieder auf die Arbeit besinnen, die ja die Voraussetzung für Erfolg ist.“
Auch Daniel Baier wollte noch nicht auf den Euphorie-Zug aufspringen: „Das war eine gute Leistung. Eine sehr gute wäre es gewesen, wenn wir kein Gegentor kassiert hätten. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Von allem anderen kann man träumen, wenn man das Ziel erreicht. Man sollte nicht den nächsten Schritt machen, bevor man den ersten noch nicht zu Ende gegangen ist.“ Warum es momentan läuft, dafür hat der Kapitän eine eindeutige Erklärung: „Uns zeichnet die mannschaftliche Geschlossenheit aus. Alle Jungs, die nicht gespielt haben oder zuhaus waren – da blutet mir das Herz, wenn du nach Mainz fährst und viele Spieler daheim bleiben, obwohl sie im Training alles geben und super positiv sind. Wir gewinnen für alle – auch für die, die heute nicht da waren.“


„So ein Sieg gibt der Mannschaft viel Selbstvertrauen. Wir verteidigen gut, nicht nur hinten, sondern auch vorne. Und die Jungs vorne sind immer da, wo es gefährlich wird“, lobte Philipp Max die Mannschaft.
Das Schlusswort kommt von Doppel-Packer Alfred Finnbogason: „Wir sind nicht so sehr darüber beschäftigt, was andere von uns denken. Wir schauen von Spiel zu Spiel und haben alles in eigener Hand. Wir sind gut drauf, haben 22 Punkte und müssen noch weiter so ehrgeizig spielen.“