War es Mord ?

Foto: Zwiebler

Schrecklicher Verdacht der Polizei nach Horror-Unfall mit Geisterfahrer. Tödlicher Unfall auf der A8 gibt der Polizei Rätsel auf.

War es Mord ?

Für Tobias R. aus Friedberg kam jede Hilfe zu spät. Nach dem Zusammenprall mit einem Geisterfahrer am 24. November auf der Autobahn bei Leipheim stirbt der 36-Jährige – ein Drama. Oder noch schlimmer? War es Mord? Staatsanwaltschaft und Polizei bestätigen, dass entsprechend ermittelt wird. Was war passiert ?


Es herrscht wenig Verkehr auf der A 8. Jetzt, kurz nach 5 Uhr früh, sind hauptsächlich Lastwagen unterwegs. An denen zieht Tobias R. mit seinem BMW zügig auf der linken Spur vorbei. Noch gut eine halbe Stunde, dann ist er endlich Zuhause.
Plötzlich tauchen im nächtlichen Dunkel zwei Lichter in der Ferne auf, kommen rasch näher. Dem 36-Jährigen bleibt kaum Zeit zu erkennen, in welcher tödlichen Gefahr er sich befindet – dann ist es zu spät. Mit brachialer Wucht prallt der Geisterfahrer frontal in seinen Wagen. Gewaltige Energie zerfetzt die Fahrzeuge, schleudert sie über die Straße. Eines der Autos schrammt noch gegen einen Sattelzug.
Es ist ein schreckliches Bild, das sich den Rettern beim Eintreffen an der Unfallstelle bietet. Teile der Autos sind mehrere 100 Meter weit über die Fahrbahnen verstreut. Hilfe ist schnell vor Ort, doch Tobias R. können die Retter nicht mehr helfen. Der 58-jährige Geisterfahrer ist in seinem Mercedes eingeklemmt. Er wird von der Feuerwehr befreit und schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber in eine Ulmer Klinik geflogen.
Für die Angehörigen ist es eine schreckliche Tragödie, die viel schmerzliches Leid und tiefe Trauer bringt. Dies zeigen verschiedene Todesanzeigen, in denen Eltern, Bruder, seine Lebensgefährtin, und jeweils in eigenen Anzeigen seine Söhne mit Mutter und der Kleine, der kurz nach dem Unfall vier wurde, mit persönlichen Worten, Abschied nehmen.


War es wirklich ein Unfall? Die Polizei hat inzwischen erhebliche Zweifel. Es besteht der Verdacht, dass es sich um einen feigen Mord handeln könnte. Entsprechend erweiterte Ermittlungen hierzu bestätigte auf SoPress-Anfrage Thomas Hörmann von der Staatsanwaltschaft in Memmingen.
Mutmaßlich wurde der Unfall absichtlich herbeigeführt, teilt auch Sven Hornfischer vom Polizeipräsidium Schwaben Süd-West mit. Diesen Schluss legen die bisherigen Erkenntnisse aus der Unfallermittlung nahe, heißt es. Über mögliche Motive gibt es allerdings noch keine Informationen.
Nach dem derzeitigen Stand war am 24. November ein 58-Jähriger aus dem östlichen Baden-Württemberg mit seinem Mercedes auf der Autobahn A 8 Richtung München unterwegs. Zeugen berichten, dass er einen Sattelzug überholte, knapp vor diesem einscherte und den Laster ausbremste. An der Anschlussstelle Leipheim fuhr er ab, wendete und raste auf der falschen Fahrbahn rund 600 Meter dem Gegenverkehr entgegen. Gegen 5.20 Uhr kam es kurz vor der Donaubrücke zum Zusammenprall mit dem BMW von Tobias R..
Der Unfallverursacher konnte wegen seinen Verletzungen von der Polizei bislang noch nicht befragt werden. Sein gesundheitlicher Zustand, so war zu erfahren, konnte von den Ärzten jedoch stabilisiert werden.