Demonstration - Augsburg kämpft für Ledvance

Ledvance Firmenleitung will Augsburger Werk 2018 schließen. Mitarbeiter wollen kämpfen.

Ledvance

Die Hoffnung steckt im Wörtchen „wollen“ – und im Kampfgeist der Beschäftigten. Vergangenen Montag wurden die Mitarbeiter von Ledvance (ehemals Osram) in Augsburg-Lechhausen von der Firmenleitung darüber informiert, dass das Werk zum Ende 2018 und Mitte 2019 geschlossen werden soll. Bereits am Donnerstag gab es eine Demonstration von rund 500 Beschäftigten, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen wollen.


Als sie 2015 bei der IG Metall zu arbeiten begonnen habe, sei Osram in Augsburg die erste Firma gewesen, um die sie sich zu kümmern hatte. Das sagt Angela Steinecker, inzwischen Unternehmensbeauftragte der IG Metall für die Ledvance GmbH bundesweit und Betriebsbetreuerin für den Augsburger Standort. Entsprechend nahe gehen ihr die Vorgänge um ihr „erstes Kind“, aber entsprechend wenig sei sie davon überrascht worden, dass sich bei Ledvance Veränderungen abzeichnen. Freilich habe sie, genau wie die Mitarbeiter, nie mit einer kompletten Betriebsschließung gerechnet.

In Augsburg würden auch moderne Leuchtkörper produziert, allerdings auch noch „traditionelle“ Leuchtstofflampen, die einen zunehmend schweren Stand am Markt hätten. Seit Jahren gebe es im Augsburger Werk einen Innovationszirkel, um auf Entwicklungen reagieren zu können. Wie die Mitarbeiter auch ist Steinecker überzeugt, dass der Bereich LED-Produkte in Augsburg ausgebaut werden könnte. Um das mit Fakten zu untermauern, sollen jetzt Wirtschaftsprüfer und Sachverständige eingeschaltet werden.

Die Mitarbeiter von Ledvance in Augsburg, so Steinecker, wollen die angekündigte Schließung nicht hinnehmen. „Augsburg kämpft für den Standort“ lautete dann auch am Donnerstag das Motto einer Kundgebung und Demonstration im und am Werk in der Berliner Allee. Bereits am Vormittag war die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zu einem Gespräch bei Ledvance gekommen. Bei der nachmittäglichen Kundgebung unterstützen dann auch Vertreter der regionalen Politik, allen voran Bürgermeisterin Eva Weber, die Ledvance-Beschäftigten in ihrem Kampf. Bereits zuvor hatte es auch im Augsburger Rathaus einen Runden Tisch gegeben.